Ein Artikel aus der Neuen Westfälischen

Patrick Speck

Am 20. Februar 2014 hat die Zeitung Neue Westfälische über uns berichtet, hier können Sie den Artikel nochmal nachlesen.

Ein Artikel von Robert Becker:

Ein Sternekoch betritt Neuland

Patrick Speck bietet Eventkochen im ehemaligen Kaminstudio an

Harsewinkel. Ein aktueller Sternekoch, der aus der benoteten Gourmetgastronomie aussteigt, um eine Kochschule mit Event-Cooking zu eröffnen – so etwas gibt es höchst selten. „Ich kenne keinen Sternekoch, der das gemacht hat“, sagt Patrick Speck. Insofern betritt der 32-jährige Marienfelder Neuland, wenn er Ende März sein Haus in der Sienstraße (B 513) in Harsewinkel eröffnet.

Der gebürtige Flensburger Patrick Speck kam vor zwei Jahren mit seiner Familie von Essen nach Marienfeld, „erkochte“ bereits nach zehn Monaten im Restaurant „Rincklake’s“ (Klosterpforte) einen Michelin-Stern und verteidigte diesen im November erfolgreich. Er hätte weggehen können, zum nächsten großen Haus, aber die Familie mit den zwei Kindern, drei und fünf Jahre alt, hatte gerade angefangen, sich im Klosterdorf wohl zu fühlen. „Die Menschen sind hier unheimlich nett.“ Seine Ehefrau Felicita wiederholt sich mehrfach, wenn sie vom ostwestfälischen Charme zu schwärmen beginnt.
Jetzt steht Patrick Speck im 200 Quadratmeter großen Gebäude, das bislang ein Kaminstudio war, und zeichnet Linien, wo demnächst Küchenzeile und Sitzmöbel aufgestellt werden. „Heute suchen wir die Stühle aus, und in fünf Wochen kommt die Küche“, sagt Felicita Speck. Die Kauffrau hatte im „Pütt“ in Essen ebenfalls eine Ausbildung in der Sterne-Gastronomie gemacht, jetzt steht sie ihrem Mann bei der Existenzgründung mit Rat und Tat zur Seite.

Patrick Speck sagt, er gehe ganz bewusst in das Event-Cooking. Es reizt ihn, etwas Eigenes zu probieren. „Einmal Sternekoch, immer Sternekoch“, lautet sein Ansporn. Die Auszeichnungen von Michelin, Varta, Gusto und Schlemmeratlas hat er mitgenommen. Der ideelle Stern, sein letzter Michelin, verbleibt bei dem Restaurant also beim „Rincklake’s“ – bis zur nächsten Vergabe im November 2014.

Mit seiner zweijährigen Zeit in der Klosterpforte habe er abgeschlossen, sagt Speck. In seiner neuen Aufgabe widmet sich der Gourmetkoch nun seiner Kochschule und den damit verbundenen Events. Auch in die Gestaltung von hübsch dekorierten Mahlzeiten zu Foto- und Filmzwecken („Foodstyling“) will er einsteigen. Ferner schweben ihm Ideen im Bereich Produktentwicklung vor. „Ich habe in meinem Leben schon so viele Rezepte geschrieben und gekocht, da ist einiges dabei“, will er diesen Fundus nutzen.

Letztes Jahr wurde Patrick Speck ausgezeichnet als einer der 1.000 besten Küchenchefs weltweit. In Deutschland weist ihn ein Ranking an Stelle 136 aus, aber wichtiger ist ihm die Aufnahme in die „Top 1.000“. Das erzeugt Nachfrage. „Die Leute sehen nur dieses kleine Banner an der Sienstraße, rufen an und fragen nach“, ist er aufgrund der ersten Resonanz schon guter Dinge. Namhafte Firmen sind darunter. „Die Qualität wird vom Allerfeinsten sein“, verspricht Speck und setzt auf die ostwestfälische Gewohnheit: „Hier kommen die Leute wieder, wenn’s gefallen hat.“

Das Programm soll umfangreich sein. Die Events will er so anlegen, dass Kunden Drei-, Vier- oder Fünfgang-Menüs auswählen können. Neben der Küche wird ein separat abtrennbarer Tagungsbereich eingerichtet. Inwieweit die Kunden selbst zum Schälmesser greifen, entscheiden diese dann selbst. Wichtig seien die Gespräche, das Gläschen Wein zwischendurch, erklärt Patrick Speck.

„Viele Firmen möchten nicht so steif am Tisch sitzen“, ergänzt seine Frau Felicita. Als besondere Highlights schweben den beiden „Sternepartys“ vor, wo mehrere Sterneköche an einem Abend zusammenkommen und in die Tasten greifen.

Dienen diese Events, die gleichermaßen für Firmen und Privatanlässe geöffnet sein werden, eher der Unterhaltung, so sollen in separaten Kochkursen Interessierten regelrecht die Fertigkeiten an der Mahlzeit vermittelt werden. Natürlich ist alles auch jahreszeitlich ausgelegt. In der Adventszeit gibt es „Weihnachtliches“, im Mai bildet Spargel den Schwerpunkt. Besondere Weinabende oder Bierverköstigungen zum Essen runden das Programm ab.

Patrick Speck hat viele Ideen, einiges hat er auch von einem Lehrmeister aus dem Hamburger Tafelhaus mitgenommen. Dort hat er unter Christian Rach gearbeitet. „Da war ich Indianer unter vielen Häuptlingen“, erinnert sich Patrick Speck an seine Zeit beim TV-Koch. Seine Frau Felicita hat eine gute Idee. „Zum Rach habe ich stets den Kontakt gepflegt. Ich werde ihn einladen, uns zu besuchen“, sagt sie.

Zum Originalbericht auf nw-news.de

Kategorie: Allgemein

Kochevents and Tagungen